#WeAreAllGaming Staffel 5: Pride – Gaming-Redakteurin Lena Maximilian Siess spricht über die Rolle von LGBTQIA+-Inhalten

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Das Hobby zum Beruf machen und sich mit ganzem Herzen einem Thema widmen.Lena Maximilian Siess hat das geschafft, wovon viele Gamer*innen träumen: In ihrem Job beschäftigt sie sich jeden Tag mit Videospielen. Als Spiele-Journalistin schreibt sie für diverse Gaming-Magazine, veröffentlicht auf ihrem YouTube-Kanal Gescheit Gespielt Essays zu verschiedenen Titeln. Und abgesehen von Gothic, ihrem Lieblings-Franchise, liegt ihr ein Thema ganz besonders am Herzen: Lena beschäftigt sich mit der Repräsentation von Gender und der LGBTQIA+-Community in Videospielen. Denn Lena kann aus erster Hand nachvollziehen, wie wichtig es ist, Identifikationsfiguren in Videospielen zu finden.

Lena spielt bereits seit ihrer frühsten Kindheit leidenschaftlich. Doch erst mit Mitte 20 wurde ihr klar, dass ihr bei der Geburt zwar das männliche Geschlecht zugewiesen wurde, sie sich aber als nicht-binär und weiblich identifiziert. Um mehr über sich selbst zu lernen und sich mit ihrer Identität auseinander zu setzen, tauchte sie auch tief in die Welt der Spiele ab – auf der Suche nach Titeln, die ihre Gefühlswelt widerspiegeln.

„Es kann für Trans-Personen frustrierend sein, wenn sie mehr über ihre neue Lebensrealität lernen und erkennen, dass Videospiele ihnen dazu nicht viel zeigen können. Doch das ändert sich mittlerweile: Immer mehr Entwickler-Studios bilden in ihren Spielen auch die Lebensrealität von Trans-Menschen und nicht heterosexuellen Figuren ab“

Diese Entwicklung stimmt Lena zuversichtlich für die Zukunft des Gaming – und für die Entwicklung der Gaming-Community hin zu mehr Diversität und Toleranz gegenüber queeren Personen.

Diverse Videospiele können Blickwinkel verändern

Videospiele können Menschen nicht nur bei ihrer Selbstfindung unterstützen. In Games haben Spieler*innen die Möglichkeit, ihren Blickwinkel in einem vertrauten Format zu verändern und sich einem Thema anzunähern, das bisher kein Teil ihrer Welt war. Und so können Spiele auf empathische Weise LGBTQIA+-Themen aufgreifen und zu einem nativen Teil der Gaming-Kultur werden lassen.

Auch Gaming-Medien tragen einen Teil dazu bei, diverse Aspekte von Videospielen stärker in den Fokus zu rücken. Und so greift Lena queere Themen häufig in ihren Artikeln auf: In einem Beitrag auf GamePro.de wirft sie beispielsweise einen Blick auf die Darstellung von Trans*-Personen im dystopischen Titel Cyberpunk 2077.

Es war noch nie so leicht, die passende Community zu finden

Tatsächlich ist Lena auch auf Twitch eine positive Entwicklung aufgefallen: „Man sieht immer mehr Streamerinnen, die LGBTQIA+-Fragen in ihren Streams aufgreifen, aufklären, diskutieren, oder sich selbst outen.“ Der offene Diskurs und die Normalisierung von LGBTQIA+-Themen führt dazu, dass die Communities der Streamerinnen zu Safe Spaces für junge Menschen werden, die auf der Suche nach Gleichgesinnten sind.

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Aber wie genau finde ich meine Community, in der ich akzeptiert werde, wie ich bin? Auch dazu hat Lena ein paar Erfahrungen gemacht: „Die Gaming-Community besteht aus vielen verschiedenen Inseln, auf denen sich Menschen mit der gleichen Mentalität zusammenfinden. Für jede Person da draußen gibt es eine Community – Du musst nur die Insel finden, die zu Dir passt. Wie Du das schaffst, liegt eigentlich auf der Hand: Nur durch viel Herumreisen kannst Du Dir einen Überblick verschaffen und schließlich den Ort finden, an dem Du bleiben willst.“

Lena ist das gelungen. Sie hat ihren Platz in der Gaming-Community gefunden und bringt sich auf vielseitige Weise ein: Nicht nur verfasst sie Essays und Artikel für einige der bekanntesten Gaming-Medien. Überdies teilt sie ihre umfassende Technik-Expertise unter anderem in ihrer Steam Deck-Review. Die Möglichkeiten, sich in der Gaming-Community zu revanchieren sind schier grenzenlos. Und es geht noch mehr: Zurzeit arbeitet Lena als Programmiererin in einem Entwickler-Team, um erstmals auch an der Erschaffung eines neuen Spiels beteiligt zu sein.

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